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Moritz und seine Reisezahnbürste Gero

Zahnheld Juni 12, 2018 Keine Kommentare
Reisezahnbürste Gero Zahnheld Tasmanien mit Reisezahnbürste Gero
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Auf Einmal ging alles ganz schnell: Rucksack und Reisezahnbürste ins Auto. Ein letztes Mal die vertraute Straße vor der Haustüre sehen. Ein letztes Mal den Ortsausgang und „zack“ saß ich in der Boeing777 über der beleuchteten Stadt Frankfurt, Flugrichtung Südosten. Der erste Zwischenstopp hieß Singapur. Es war ein unfassbares Gefühl von Freiheit, ganz alleine mit meinen wenigen Besitztümern. Darunter natürlich meine elektrische Reisezahnbürste Gero. Auf dem Rücken vor der Skyline dieser tropischen Stadt, keine 150km vom Äquator entfernt, zu stehen und zu wissen: die nächsten 8 Monate werde ich mein eigener Guide sein. 

Sydney

Nach drei viel zu kurzen Tagen ging es weiter Richtung Sydney, Australien. Hier verbrachte ich den „langweiligsten“ Teil meiner Reise, denn zuallererst musste ich erstmal Arbeit suchen, um mein Reisen zu finanzieren. Relativ schnell fand ich einen Job in einer kleinen Firma für Poolrenovierungen in den nördlichen Suburbs. Da wir jedoch im Freien arbeiteten und es Mittags meistens über 35°C, oft auch über 40°C wurde, fingen wir sehr früh morgens mit der Arbeit an. Wir wollten einfach die kühleren Morgenstunden zu nutzen. Es war wirklich sehr praktisch morgens vor der Arbeit, dank der Gero, schnell und gründlich die Zähne zu putzen. So verlor ich immer sehr wenig wertvolle Zeit.

Nach etwa zwei Monaten in Sydney signalisierte sie mir dann, dass sie gerne eine neue Akkuladung hätte. Wie auch schon in den Monaten daheim in Deutschland hatte sie ihr Versprechen von 6 Wochen Akkulaufzeit bei weitem übertroffen! Nach einem echten Australischen Weihnachten in Badehose, viel Bier, Shrimps und einer beeindruckenden Silvesternacht mit Blick auf die Sydney Harbour Bridge inklusive Feuerwerk, packte ich meine sieben Sachen und flog nach Brisbane ins subtropische Queensland. Dort wollte ich mich mit meinem Norddeutschen Kumpel Jan treffen.

Brisbane

Im Gegensatz zu Sydney war es in Brisbane unangenehm schwül, weshalb wir froh waren, nach einigen Tagen zu unserem Roadtrip nach Melbourne, entlang der Ostküste Australiens, aufzubrechen. Los ging es mit einer Nacht im Lamington Nationalpark. Einem wunderschönen und unberührten Regenwald etwa 40km von der Küste entfernt. Dieser Wald, mit all seinen wunderschönen Vögeln und Papageien, den Lianen und den riesigen Moranfalls wird mir nie wieder aus dem Gedächtnis verschwinden. Am folgenden Abend kamen wir in Surfers Paradise an. Einer tollen Küstenstadt mit Wolkenkratzern direkt am Sandstrand, vielen Palmen und einer in ganz Australien bekannten Partymeile. Das Flair hat mich dort ein wenig an Miami erinnert. Man muss jedoch aufpassen, da man in Australien, besonders aber hier, viel Geld in sehr kurzer Zeit fürs normale Leben ausgeben kann.

 

Campen mit der Reisezahnbürste Gero

Mit dieser Erkenntnis und deutlich geschmälertem Geldbeutel, brachen wir mit der Entscheidung nun deutlich günstiger zu leben, weiter Richtung Süden auf. In Australien gibt es unzählige, oftmals wunderschön gelegene, kostenlose Campingplätze. Wir besorgten uns also das billigste verfügbare Camping Equipment (mein Zelt kostete umgerechnet 8€) und los ging der  Campingspaß. Günstiger kann man wirklich nicht unterkommen. Leider gibt es meistens nicht mehr als ein Plumpsklo. Deshalb war ich froh, dass wenigstens meine Zahnhygiene mit meiner Reisezahnbürste Gero weiterhin gewohnt gründlich blieb. Um auch die restliche Körperhygiene auf einem akzeptablen Niveau zu halten, gab es, wenn möglich, jeden Tag eine Katzenwäsche und etwas Sprühdeo. Um die Natur zu schonen verzichteten wir dabei natürlich auf Shampoo, was nach einiger Zeit mit ungewohnt fettigen Haaren endete. Solange man aber frisch geduschte Menschen in geschlossenen Räumen meidet, fällt einem das gar nicht weiter auf.

Reisezahnbürste Gero Zahnheld Australien mit Reisezahnbürste Gero

 

Melbourne

So fuhren wir Stück für Stück runter nach Melbourne, jeden Tag ein anderer Campingplatz, jeden Tag neue Leute. Anscheinend ist es ungewöhnlich als Backpacker eine elektrische Schallzahnbürste zu haben, denn ich wurde so ziemlich jeden Abend darauf angesprochen. Hab dann zwar jedem erklärt, dass die Gero DIE Reisezahnbürste ist. Das mit dem Akku wollte mir aber irgendwie keiner glauben, was mich immer schmunzeln ließ. Besonders dankbar über die Akkulaufzeit war ich aber während meiner 6 Wochen auf Tasmanien, da ich in der ganzen Zeit keine Steckdose zur Verfügung hatte. Handys wurden über den Zigarettenanzünder im Auto geladen, nachts gab es spärliches Licht von einer Tagsüber geladenen Solarlampe. Das war es dann auch mit elektrischen Strom. Weiter schlimm war das nicht, im Gegenteil: in so einer Situation taucht man viel tiefer in die Natur ein, man wird fast ein Teil von ihr.

Tasmanien

Fast jede Nacht verbrachten wir in der Wildnis, umgeben von dichten, vermoosten Wäldern, von riesigen Farnen. Von beindruckenden Felswänden, großen und kleinen aber immer eiskalten Flüssen und natürlich vom faszinierenden Wildlife, das die Wildnis Tasmaniens beherbergt. Fast jeden Abend hatten wir Besuch von Kängurus, Wallabys und Possums (letztere haben sich aufgeführt wie Waschbären und alles verwüstet sobald wir etwas vor den Zelten vergaßen). Auch seltenere Gäste wie Wombats und Quolls (am besten einfach mal im Internet recherchieren) kamen vorbei, welche uns jeglichen fehlenden Luxus vergessen ließen. Allerdings machte uns das Wetter etwas zu schaffen. Jetzt muss man wissen, dass Tasmanien ganz anders ist, als man sich das klassische Australien vorstellt. Die Insel befindet sich südlich vom östlichen Teil Australiens. Etwa auf der Höhe von Neuseeland gelegen, ist zwischen ihr und der Antarktis nichts Außer Ozean. Folglich ist die Witterung entweder von kalter Polarluft oder von warmer Kontinentalluft geprägt, was starke Wetterschwankungen und an bestimmten Orten sehr viel Regen mit sich bringt. An manchen Stellen fallen jährlich 3000mm (kalter!) Regen (in Deutschland sind es etwa 700mm). Wer bei diesen Bedingungen in einem  Zelt lebt, lernt wirklich die einfachen Dinge zu schätzen. Die Gero wurde zu einem unentbehrlichen Begleiter für mich.

Moranfalls Australien mit Reisezahnbürste Gero

Lamington Nationalpark Australien mit Reisezahnbürste Gero

Küste Tasmanien mit Reisezahnbürste Gero

Berglandschaft Tasmanien mit Reisezahnbürste Gero

 

Heimreise

Leider  fand dieser Luxus ein jähes Ende, denn wegen einer Unachtsamkeit kam mir meine Gero in einem Hostel mit Gemeinschaftsbad in Melbourne abhanden. Erst einmal auf klassische Handzahnbürsten angewiesen, wurde mir noch ein ganz anderer Vorteil der Gero bewusst: ist eine Handzahnbürste nach ein bis zwei Monaten abgenutzt, schmeißt man sie komplett weg. Obwohl ja noch bis auf die Bürsten, die vielleicht 5% des Materials ausmachen, meistens alles noch einwandfrei ist. Unnötiger Müll zu Lasten jener Natur, die ich auf dieser Reise so unfassbar lieben gelernt habe.

Es ist unglaublich wie schnell Zeit verstreichen kann. Nun sitze ich am Gate in Singapur, nicht weit von dem Gate an dem vor ziemlich genau 8 Monaten alles begann. Ich bin ein bisschen wehmütig und auch überwältigt von dem Erlebten, von dem man noch so viel mehr erzählen könnte. Der Lautsprecher fordert zum Boarding auf…

 


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